Frauentag

Alle Jahre wieder wird auf die sogenannte Gleichstellung der Frauen geblickt. Darüber geredet. Regelmäßig ist die Wirklichkeit weiterhin deutlich davon entfernt. Aber viele Männer meinen, sogar Frauen, es sei schon viel erreicht. Das Wahlrecht. Das Streikrecht. Sogar zu Hause. Reicht das nicht vielleicht?

Die das Thema ernst nehmen, stellen fest, dass das meiste Erreichte von den Frauen selbst erkämpft wurde. Den Männern abgerungen. Biologisch ist klar, dass es die Menschheit ohne Frauen nicht gibt. Sie sind ihr hälftiger Teil, doch Jahrtausende lang hat die schlechtere Hälfte Lebensweisen und Verhaltensmuster kultiviert, die sie in den Dienst der Männer und der herrschenden Verhältnisse stellen. Womit? Mit dem vermeintlichen Naturrecht des physisch Stärkeren.

Wie schwer sich an diesem Klischee etwas ändern lässt, mag das harmlose Beispiel ‚Sport‘ belegen. Welche Sportart ist nicht von Männern erfunden worden? (Wahrscheinlich während der HausArbeit der Frauen.) Mir fällt nur die Rhythmische Sportgymnastik ein. Ich kenne kein einziges Mannschaftsspiel, das auf die Idee einer Frau zurückgeht, kein Brettspiel, das nachweislich von Frauen erfunden oder weiterentwickelt wurde. Seit sie mitspielen dürfen, wird ihr sportlicher Ehrgeiz darauf gerichtet, den Leistungen und Fertigkeiten der Männer nahe zu kommen. Als wäre es der Lauf der Welt, traben sie ihnen brav hinterher: etwas langsamer, etwas schwächer. Ist das reizvoll oder bloß idiotisch? Warum werden Frauen nicht, wo sie sogar dürfen, endlich kreativ?

Stattdessen lassen sie sich mehrheitlich in den sorgfältig eingerichteten Hierarchien der Männer vereinnahmen und herumkommandieren. Weichen sie aus, gilt das als Schwäche. Werden sie besser als die (ihnen) Vorgesetzten, kritisiert Mann ihre Vermännlichung. Frau nicht? Geht sie eigene Wege, werden sie sehr schnell zu Hindernisstrecken. Ist rennen und kämpfen dann gut? Wenn Aussicht auf Erfolg besteht! So kommt es auf Strategien und eingesetzte (Hilfs)Mittel an. Verhandeln ist auch keine schlechte Idee, lohnt sich aber nur auf Augenhöhe. Doch dem voran steht die spannende Frage: wofür? Mit welchem Ziel? Antworten lassen auf sich warten …

Ein Gedanke zu „Frauentag

  1. Danke, Peter!
    Ja, es ist kaum der allererste Teil der „Emanzipation“ erreicht. Bisher bestand E. vor allem darin, dass die Frauen die Männer imitieren durften. Es ist ja prima, dass Frauen jetzt auch Professor, Pilot, Parlamentarier oder IT-Techniker werden können. Eine wirkliche Geschlechtergerechtigkeit ist aber erst erreicht, wenn die sogenannten „weiblicheren“, „weicheren“ Qualitäten gleichviel Aufmerksamkeit und Achtung bekommen: Empathie, Kreativität, Fürsorge, Sanftheit, sinnliche und poetische Intelligenz, Anteilnahme, Geschmack, Intuition …, sowohl bei Frauen wie auch bei Männern! Es gilt ja immer noch: „Gelobt sei, was hart macht“ …. Die Werte sind noch lang nicht im Gleichgewicht.

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