„Die Tendenz unserer Erwartungen ist meist linear: Die Zukunft wird mehr oder weniger so sein wie die Welt heute. Zu denken, dass sie ganz anders sein könnte, fällt jedem Kopf schwer. Nicht nur das: Wir haben auch viel investiert in unsere Wahrheiten, unsere jeweilige Version von der Welt: moralische Rechtfertigung, persönliche Glaubwürdigkeit, ertragenes Leid, erfahrene Ehre, das Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.
Ein Angriff gegen diese Version der Welt ist deswegen immer ein Angriff gegen ihre intimsten persönlichsten Bedürfnisse ihrer Verfechter. […] Von ganzen Gesellschaften zu erwarten, ein erfolgreiches Konzept für Wohlstand, eine offensive moralische Überlegenheit und die Privilegien wegzuwerfen, zeugt von großem Optimismus, um nicht zu sagen Naivität.“
der deutsche Historiker und Schriftsteller
Philipp Blom in „Aufklärung in Zeiten der Verdunkelung“

„Vielleicht wird es in allen komplexen Gesellschaften eine Mehrheit von Menschen geben, die willens sind, einer Elite scheinbar komplizierte Entscheidungen zu überlassen und ihr zu erlauben, sich daran zu bereichern, solange sie selbst unterhalten und abgelenkt werden und solange ihr Kühlschrank voll ist, weil Menschen eben keine idealen und vernünftigen Wesen sind, sondern Primaten, deren evolutionäre Erfahrung ihnen zuraunt, dass das einzig Wichtige ist, heute Abend satt ins Bett zu gehen und nicht aus der Sippe ausgestoßen zu werden.“
der deutsche Historiker und Schriftsteller
Philipp Blom in „Aufklärung in Zeiten der Verdunkelung“

„Es ist sinnvoll anzunehmen, dass mein Erleben kein Traum ist, dass mein Tod das tatsächliche Ende ist. Und es ist sinnvoll anzunehmen, dass Gott eine Fiktion ist, dass Gutes jetzt und in dieser Welt geschaffen werden muss, und dass das Schlimmste eine realistische Möglichkeit ist. Der Rest ist amüsant auf Partys, aber nicht wirklich wichtig.“
der deutsche Historiker und Schriftsteller
Philipp Blom in „Aufklärung in Zeiten der Verdunkelung“

Spärlich sind die Anzeichen, dass es in Zukunft mehr Zukunft für uns geben könnte, als in der Gegenwart.